Neale's Blog - 24.1.08

Donnerstag, den 24.1.08

»Können wir
unsere Auffassung über Gott ändern?«

Viele
haben mich über die Jahre gefragt, was es braucht, um die Freude
ins Leben zu bringen; um glücklich zu sein. Eines der Dinge, die
ich öfters in der Antwort anführe: die Zweckbestimmung des
Lebens.

Wenn wir auf unserer Reise einen Lebens-Zweck haben, dann
wird uns unsere Reise zu außergewöhnlichen Plätzen
und Erfahrungen bringen. Und unser Leben, ob kurz oder lang, wird
etwas bedeutet haben. Nicht für Andere. Für uns.

Ich lade jeden Menschen, mit dem ich in Kontakt komme, dazu ein,
sich seinen Lebens-Zweck tief anzuschauen. Was ist sein raison
d’être
? Wovon „handelt es sich" bei ihm auf der
Erde? Einfach zu versuchen, zurechtzukommen, einfach zu versuchen,
die Lebensarbeit zu leisten?

Ich sage immer: „Versuchst du einfach, die Lebensarbeit zu
machen, oder versuchst du, das Leben besser zu machen? Und aus
welchem Grunde bist du bestrebt, es besser zu machen? Für dich
selbst oder für jemand anderen? Oder vielleicht für alle
anderen? Kannst du dir so etwas vorstellen?"

Ich erinnere mich da an John Wesley's „Regel“. Wie ihr wisst,
ist Mr. Wesley dafür bekannt, der Gründer der
Methodistischen Kirche zu sein. Hier die „Regel“, die in ihrem
Leben zu befolgen er die Menschen einlud ....

Tue alles Gute, was du vermagst, auf jede Weise, die du
vermagst, für alle Menschen, bei denen du es kannst, an jedem
Ort, wo du es kannst, zu jeder Zeit, wo du es kannst, mit allem
Eifer, den du aufbringen kannst, so lange, wie du kannst.

Ich mag das. Ich verehre einfach
diese Gemahnung. Und ich habe es streng versucht, mein Leben daran
auszurichten. Dieser Tage ist mein eigener Lebenszweck simpel.
Er kann in acht Wörtern erklärt werden. Mein Zweck besteht
darin, die Auffassung der Welt über Gott zu ändern.

Das ist es. Schlicht und einfach. Ich möchte einfach die
Auffassung der Welt über Gott ändern.

Wieso? Weil ich weiß, dass sich die Welt selbst, falls sie
ihre Auffassung über Gott gewandelt hat, über Nacht wandeln
würde. Und in mancher Hinsicht könnte das schließlich
Friede auf Erden, den Menschen allüberall ein Wohlgefallen
bringen.

Ja, ich glaube, dies kann passieren. Ich glaube, dies kann
geschehen. Ich glaube, Menschen sind dazu in der Lage, solch ein
Leben zu erschaffen, solch eine Gesellschaft zu erschaffen. Doch
zunächst haben wir unsere Auffassungen über Wer In Der
Verantwortung Steht, und über Was Er Will, und Wieso Er Es Will
und über Wie Funktioniert Das Ganze zu ändern.

Wir müssen von neuem über das Leben entscheiden, was es
ist, wie es funktioniert, und über den Beweggrund und den Zweck
hinter alledem. Wir müssen eine neue Kulturelle Erzählung
über all dies schaffen, aus der eine Neue Vorstellung Über
Uns Selbst und ein neuer Gedanke über uns selbst in Beziehung zu
einander ersteht.

Wir müssen unsere Perspektive wechseln, die Dinge von einem
neuen Ort her und deswegen auf neue Art betrachten. Die Perspektive
erschafft die Wahrnehmung, die Wahrnehmung erschafft den Glauben, der
Glaube erschafft das Verhalten, das Verhalten erschafft die
Erfahrung, und die Erfahrung erschafft die Realität. Sobald wir
unsere Realität ändern wollen, ist der Wechsel unserer
Perspektive nötig. Wir brauchen es, die Dinge auf eine Neue
Weise zu sehen.

Diese Neue Weise ist das, was ich die Neue Spiritualität
nenne. Sie ist eine Art, unseren natürlichen Impuls zum
Göttlichen hin zu ehren, ohne Andere für ihre Art, in dem
sie das tun, ins Unrecht zu setzen. Sie ist eine Art, die Erfahrung
und die Realität Gottes zu halten, ohne Gott zu fürchten.

Der Tag, an dem wir aufhören, Gott zu fürchten, wird der
Tag sein, wo wir aufhören, uns voreinander zu fürchten. Der
Tag, wo wir unsere wahre Beziehung zu Gott begreifen, wird der Tag
sein, wo wir unsere wahre Beziehung zueinander begreifen. Dann werden
wir einander behandeln, wie Gott uns behandeln würde – mit
Mitempfinden, mit Verständnis, mit Vergebung, mit einer Liebe
ohne Bedingungen – anstelledessen, dass wir einander behandeln, wie
wir uns vorstellen, dass Gott uns behandelt: mit
Verurteilen, mit Wut, mit Verdammnis und Gewalt über unsere
Person, sofern wir das nicht tun, Was Gott Will.

(Eine faszinierende Behandlung dieses Themas findet sich in 'Was
Gott Will'
.)

Wir behandeln einander straflos auf diese Weise, denn wir nutzen
einen wütenden, gewalttätigen und rachsüchtigen Gott
als unseren moralischen Autoritätskompass und als unsere
moralische Autorität. Denn, sofern Gott nicht wütend, nicht
gewalttätig und nicht rachsüchtig ist, wo finden wir dann
unsere Rechtfertigung dafür, so zu handeln, wie wir es tun?

Unser gesamtes Rechtssystem fußt auf unseren Ideen über
„recht" und „falsch", und dies wiederum fußt auf
unserer Kulturellen Erzählung über einen Gott, über
ein Göttliches Wesen, über eine Göttlichkeit, über
einen Schöpfer, der Seine Vorstellungen über das Richtige
und das Falsche hat, und der uns bestraft, wenn wir dies ignorieren.
Unser Konzept von „Gerechtigkeit" ist auf unserem Verständnis
von Vergeltung als einer Aufgabe Gottes errichtet. Freilich, was ist,
sofern Gott auf überhaupt keine Vergeltung für etwas aus
ist? Wie steht es dann mit unserem Justizsystem? Und wie sieht es mit
unserem Lebensstil aus?

Alles würde sich selbstverständlich ändern. Zum
Besseren. Deswegen möchte ich die Auffassung der Welt über
Gott ändern. Denn ich habe folgende Frage: Um Himmels willen,
können wir aufhören, in Gottes Namen zu töten?