"Instaparenz"

Totale Transformation.

Zur Mitte dieses Jahrhunderts sehe ich Folgendes für das Leben in Amerika.

Die totale Transformation unseres politischen Systems, die totale Transformation unserer sozioökonomischen Struktur, die totale Transformation unserer persönlichen Beziehungen, und die totale Transformation unserer Beziehungen mit der sublimen und kraftvollen Energie des Universums, die Einige von uns Gott nennen.

Nun weiß ich, dies ist leicht zu sagen, und vielleicht in einem Buch wie diesem gar erwartbar, aber lassen Sie mich Ihnen sagen, weswegen ich glaube, dass es tatsächlich so geschehen wird.

Ich glaube nicht, dass es irgendwas gibt, was es aufhalten könnte.

Nicht dass wir es wollten, nichtsdestotrotz, sofern wir es wollten, ich bin sicher, wir könnten es nicht aufhalten.

Die Systeme und Infrastrukturen sind bereits vorort gebracht, um einer solchen Transformation Rückhalt zu geben – und, ja, um sie praktisch unvermeidbar zu machen. Den ersten Rang unter ihnen hält die Ehe zwischen der Kosmologie und der Technologie inne, die ich im Verlaufe der letzten Dekade wahrgenommen habe.

Die Kosmologie (die Art, wie wir Dinge, wie wir die konzeptuellen Konstruktionen unserer Gesellschaft anschauen) und die Technologie (die Art, wie wir Dasjenige, was wir anschauen, funktionalisieren) haben sich an den Wegkreuzen der menschlichen Erfahrung getroffen, und werden eins. Unsere Technologie ist unsere Kosmologie. Unsere Kosmologie ist unsere Technologie.

Diese Ehe hat bereits einen neuen Seinszustand ausgeboren, was nun in den vor uns liegenden Jahren nur noch heranwachsen kann; es wird in der Art, wie wir das Leben auf unserem Planeten erfahren, eine immer größer werdende Rolle spielen. Ich nenne diese neue Eigentümlichkeit unserer Gesellschaft „Instaparenz“.

„Instant.“

Das ist das erste Wort, was in meinen Geist auftaucht, wenn ich daran denke, wie das Leben in Amerika heute nach 50 Jahren aussehen wird. Das Leben wird instant sein. Unverzügliches Gewahrsein. Unverzügliche Kommunikation. Unverzügliche Entscheidungen. Alles unverzüglich.

Das zweite Wort, woran ich denke, ist „Transparenz“. Das Leben wird transparent sein. Transparenter sozialer Austausch, transparente finanzielle und geschäftliche Anliegen, transparente politische Prozesse. Alles transparent.

„Instaparenz“ wird von einer Technologie, die die Zeitspanne zwischen unserem, neuen Ideen Ausgesetztsein auf Nanosekunden verkürzt hat, und von einer Kosmologie hervorgebracht, die verdeckte soziale Agenden, geschäftliche Absprachen unterm Tisch und Hinterzimmer-Politiken außerhalb des zeitgenössischen Denkens hinsichtlich angemessener menschlicher Interaktion gerückt haben. Während sie einmal obligat waren, sind sie nun allerbestens passé.

Da um 2050 jeder die Reise bis zu der Ebene Fünf, die Wahrheit zu Sagen („Sage die Wahrheit jedem über alles“), unternommen hat, wird jeder künftig in der Lage sein, unverzüglich alles zu wissen. Einfach über alles, was wir wollen, wird für uns Wissen auf einen Knopfdruck hin erhältlich sein. Wieviel verdient der Chef? Wie stand es letzten Monat um die Finanzen meiner Firma? War mein neuer Freund bereits mal verheiratet? Ist er jetzt verheiratet? Wie hoch ist das Militärbudget einer Regierung eines Landes, und wo werden die Militärausgaben eingesetzt? Alles. Wir werden einfach über alles etwas herausfinden.

Und, sehr wenig wird in der Welt geschehen, was uns nicht mitgeteilt wird und offenliegt. Unverzüglich. Wir werden wissen, was in den vier Ecken der Welt geschieht wie auch in den entferntesten Winkeln der Zivilisation … sowohl hier … als auch jenseits des Planeten.

Diese Eigenschaft der Instaparenz wird uns zusammenführen, wie es nichts sonst bislang in der Historie der menschlichen Rasse vermochte. Sie wird uns dazu bringen, uns der Gemeinsamkeit unserer Erfahrung gewahr zu werden, und sie wird uns die Werkzeuge in die Hand geben, mit denen gemeinsam auf diese Erfahrung mit all der Kraft zu antworten ist, die eine vereinte millionenfache Aktion zu erschaffen vermag.

So zum Beispiel werden nicht mehr länger wahnsinnige Gewaltherrscher winziger Länder (oder größerer Länder) rauben und stehlen, ins Gefängnis werfen und töten, und das Ganze „eine interne Angelegenheit“ nennen können. Die Weltgemeinschaft will – wie heute - um jede Handlung, um jeden Entschluss, um jede Repression Bescheid wissen, freilich, was noch wichtiger ist, sie wird sofortigen sozialen, politischen ökonomischen Druck heranführen können, um diese Situation zu verkraften.

Wir müssen nicht auf eine stark politisierte Weltorganisation warten, die etwas unternimmt. Bürger der Welt könnten einen sofortigen Wirtschaftsboykott verkünden, sie könnten innerhalb von Sekunden den Touristen-Warenverkehr einfrieren, sie könnten die Aktienpreise im Geschäftssektor des Landes innerhalb eines Handelstages dramatisch senken, sie könnten alle Produkte boykottieren, die aus dem Land herauskommen, und, kurz gesagt, sie könnten ihre Führer dazu bringen, sofort ihre Entschlüsse zu überdenken.

Innerhalb unseres eigenen Landes werden Wahlen abgehalten und gemeinsame Entscheidungen hinsichtlich wichtiger Angelegenheiten in Minuten, vermittels instanter elektronischer Volksabstimmungen, getroffen.

Unsere Erfahrung wird derart vereint sein, weil wir alle Dasselbe über ein und dasselbe wissen werden. Dies wird vereinte Gefühle und kollektives Handeln hervorbringen. Wir werden wahrlich die Vereinigten Staaten von Amerika sein.

Das Gewahrsein wird himmelhoch schnellen. Für das Gewahrsein ist Unwissenheit eine Straßensperre, und Apathie sein Feind. Auf einem Niveau von kritischen Masse wird Beides genau deswegen nicht möglich sein, weil unser Massenbewusstsein ständig lebhaft bewegt und andauernd unabkömmlich sein wird.

Neuigkeit und Offenheit werden weitere Gütesiegel des Morgen sein.

Um 1800 war es für jemand möglich, an einer Idee, an einem Konzept oder an einem Gedanken über etwas ein ganzes Leben lang festzuhalten. Die Tradition herrschte. Meinungen waren fest. Das Schritttempo der Information war so langsam, dass der Augenschein, der einem vorherrschenden Gedanken widersprechen könnte, ewig brauchte, um sich derart auszubreiten, dass er einen Unterschied erbrachte.

Ab 1900 verkürzte sich die Dauer zwischen dem Bilden einer Meinung und ihrem möglichen Ändern dramatisch, je weiter das Jahrhundert voranschritt; wenige Menschen konnten ihr ganzes Leben verbringen, ohne dass ihnen Augenscheinliches unterkam, was ihre festest gehaltenen Glaubensvorstellungen in Frage gestellt hätte.

Am Anfang des 21. Jahrhunderts kann ein Durchschnittsmensch glücklich sein, durch zehn Jahre zu kommen, ohne sich neuen Entdeckungen, neuen Erfindungen oder neuen Entwicklungen gegenüber zu finden, die ernsthaft jede Auffassung, die im Geist gefasst ist, in Frage stellen könnten.

Um die Mitte des Jahrhunderts könnte sich diese Zeitspanne auf zehn Monate, auf zehn Tage – auf zehn Minuten – verringern. Die Zeit zwischen dem Bilden einer Idee und ihrem möglichen Ändern-Sollen wird derart schrumpfen, dass wir alle damit tüchtig zu tun haben werden.

Ich sehe das als sehr gut an, nicht als schlecht. Die Geschwindigkeit des Lebens wird uns dazu einladen, „hier und jetzt zu sein“, wie es Ram Dass sagen würde. Sie wird uns herausfordern, in jeder Beziehung In Dem Moment zu leben. Sie wird uns dazu führen, beim Erschaffen unserer eigenen Realität verantwortlicher zu sein, und uns weniger darauf zu verlassen, was jemand anderes uns gesagt hat, es sei „richtig“ oder „falsch“. Die Implikationen davon alleine im Gefilde der Religion und der Spiritualität sind umwerfend.



Aufgrund der Instaparenz (und weiterer sozialer und spiritueller Wandlungen) sehe ich zwischen jetzt und dem Jahr 2050 eine spirituelle Renaissance gewaltigen Ausmaßes auf die Erde zukommen. Ich glaube, wir werden durch Ereignisse dazu eingeladen werden, jede unserer Vorstellungen darüber, wer wir sind und wie wir zueinander in Beziehung stehen, neu zu bedenken.

Ich glaube, unsere wechselseitige Abhängigkeit (Inter-Dependenz) wird mehr und mehr klar und augenscheinlich, und, dieses wird eine Neue Welt erschaffen. Eine Welt, in der, einander zu töten, als Mittel, unsere Dispute zu lösen, nicht mehr länger akzeptabel sein wird. Eine Welt, in der, praktisch nichts zu unternehmen, während 400 Kinder am Tag vor Hunger sterben, voll und ganz nichts Unterstützenswertes darstellt.

Eine Welt, in der Freundlichkeit, Mitempfinden und faires Teilen unserer kostbarsten Ressourcen unsere natürliche und unverzügliche Reaktionsweise sind.

Eine Welt, in der wir zuguterletzt unser wahnsinniges Konkurrieren um Das Größere, um das Bessere, um das Mehr beenden, und wo wir unsere Auffassungen über Erfolg neu bestimmen, und darüber, was es bedeutet, des Lebens und der Mitgliedschaft in der menschlichen Gemeinschaft teilhaftig zu sein.

„Erfolg“ wird in der Zukunft weit weniger mit der Anhäufung von Geld und materieller Dinge zu tun haben, und wir werden eine neue Weise finden, unseren Mitgliedern der Gesellschaft einen „Status“ zu verleihen. Status wird jenen gewährt, die in ihrem Dienst an der Menschheit auffällig sind - durch welche Mittel auch immer, die am Besten die Talente und Interessen eines Einzelnen widerspiegeln.

Ich glaube, zivilisierte Gesellschaften – und ich glaube ganz bestimmt, dass Amerika eine von ihnen sein wird – werden um die Mitte des 21. Jahrhunderts Mittel installiert haben, durch die die Würde jedes Einzelnen und jeder Person ein minimales Niveau an Nahrung, Kleidung und Behausung erlangen wird. Grundlegende Überlebensbedürfnisse werden garantiert sein.

Dies wird ohne die Erhebung einer einzigen Steuer oder einer Regierungsabgabe bewerkstelligt werden. Ja, Steuern werden gänzlich abgeschafft sein, an deren Stelle treten freiwillige Beiträge in Form des Zehnten, bezogen auf das Einkommen, bezahlt an einen zentralen Fund, der von der Regierung dafür genutzt wird, all ihre sozialen Fürsorge-Programme zu finanzieren.

Der Anreiz für den freiwilligen Zehnten wird recht simpel sein: wiederum instante Instaparenz. In jedem Monat – in allen elektronischen Zeitungen und im Fernsehen auf einem Extra-Kanal - wird eine Liste aller Menschen publiziert, die den Zehnten verweigerten, oder die bedeutend weniger unter den 10 % beitrugen. Schlichtes öffentliches Gewahrsein Derer, die zu dem Wohlstand des Ganzen beitragen, und wer nicht, wird ausreichend sein.

Mit diesem Geld wird alles finanziert, von den Verkehrssignalanlagen über die Straßenpflege, die Schulen bis hin zur Unterstützung Jener, die ein minderes Geschick haben. Diese gesamte soziale Infrastruktur wird freiwillig finanziert, da die Menschen klar – und andersartig – ihre Rolle beim Erschaffen der menschheitlichen kollektiven Erfahrung begreifen. Keiner wird einen Anderen davon zu überzeugen haben, dies zu tun. Das Teilen für ein gemeinsames Gutes wird natürlich sein. Nicht zu teilen wird das Nicht-Allgemeine darstellen.

Die veröffentlichte Liste von Beitragszahlern unter dem 10%-Satz und von Nicht-Beitragszahlern wird sehr klein sein, sodass es im Jahr 2050 für einen Einzelnen undenkbar sein wird, nicht bereitwillig die Wahl zu treffen, von seinem oder ihrem Segen zunutzen des allgemeinen Wohls des gesamten Gemeinwesens abzugeben.

Dies ist das Ergebnis eines gewaltigen Wandels im kollektiven Bewusstsein. Der Instaparenz ist es geschuldet, uns selbst als Eins anzuschauen und uns selbst als Eins zu erfahren, und unser Einssein wird zum zentralen Thema einer weltweiten spirituellen Bewegung werden.

Einzelne Religionen, wie auch einzelne Kulturen, werden weiterhin florieren, aber wir werden schließlich begriffen haben, dass diese Individualisierungen des Ausdruckes an Leben nicht notwendigerweise zur Konkurrenz werden müssen, auch nicht, dass sie in eine vorgestellte Hierarchie von Superiorität einzumünden haben.

Wir werden darüber befinden, dass Unterschiede keine Teilungen bedeuten, und wir werden unsere Unterschiedlichkeit feiern, und sie nicht anpragern.

 

Im Jahr 2050 werden jedermanns Grundbedürfnisse gestillt sein, und, angesichts dessen, dass unser Sinn nach Konkurrenz untereinander nunmehr gedämpft ist, wird es womöglich Jene geben, die sich Sorgen darüber machen, dass die Menschenwesen ihrer Motivation, erfolgreich zu sein, verlustig gehen werden – oder, was das anbelangt, gar, sich behelligt zu fühlen, dass überhaupt an etwas gearbeitet wird. Eine neue Motivation ist allerdings gefunden, die den Antrieb zum Größer, Besser und Mehr ersetzt. Diese neue Motivation wird aus unserem Wandel des Sinnes bezüglich dessen, was wir wertschätzen, entsteigen.

Im Jahr 2050 werden wir nicht mehr länger die Wahl treffen, das Größer, das Besser und das Mehr zu verehren. Die Gesellschaft wird das belohnen, was in direkterer Weise das Leben unterstützt. Wir werden an dem Punkt in unserer kulturellen Entwicklung verstehen, dass stress-erzeugende Aktivitäten, die dabei vonnöten sind, um größere, bessere und mehr „Dinge“ aufzuhäufen, nicht lebensunterstützend sind. Wir werden auch begreifen, dass Dasjenige, was das Leben nicht für alle unterstützt, auch das Leben für einen Einzelnen nicht unterstützt. Wir werden uns von der Fiktion entfernen, dass es nichts ausmacht, wie es „dir“ geht, sobald es „mir“ gut geht.

In der Neuen Welt des Morgen wird die höchste Wertschätzung auf Jene gelenkt sein, die der Menschheit den höchsten Dienst erweisen. Die Menschliche Familie wird stark ihrer einzigartigen Identität gewahr werden, das Leiden eines Einzelnen wird als das Leiden Aller erfahren werden, und die Freude Aller wird das Ziel Aller. Niemand wird „draußen stehen, und hereinschauen“, keine Person oder Gruppe wird ausgeschlossen sein, auch gibt es kein Segment der Bevölkerung, das marginalisiert oder ignoriert wird.

Ich glaube nicht, dass diese neue Welt, die ich visioniere, ein Utopia sein wird. Sie wird keine problem-freie Gesellschaft, aber ich glaube, dass wir damit begonnen haben werden, unseren Problemen in ernsthafter Weise gegenüberzustehen und sie zu lösen. Unsere Vorstellungen von „jeder steht für sich“, von „der Sieger erhält die Kriegsbeute“ und vom „Überleben der Fittesten“ werden nach Tausenden an Jahren, wo sie unsere Kulturelle Geschichte darstellten, verschwunden sein.

Wir werden darin übereinstimmen, dass die Fittesten unter uns nicht fit sind, bis nicht alle von uns fit sind. Darauf werden wir aus unserem neuen Gewahrsein unserer geeinten Identität heraus kommen.

Für mich ist das, was es braucht, dass dies geschieht, sehr klar.

Wir müssen jetzt damit beginnen, die Gespaltenheit zu beenden, die das Eigentümliche an unseren gesellschaftlichen Interaktionen waren über all die Tausende von Jahren, die uns bis zum heutigen Tag brachten. Wir müssen ein neues Evangelium predigen – das Evangelium des Einsseins – und ein neues Sich-Verschreiben eingehen: dem Besseren ein Ende bereiten.

Unter dem Besseren ein Ende Bereiten meine ich einen Fortfall der Vorstellung der Überlegenheit, die bislang die Menschheit Tag für Tag quälte. Bereits die Anfänge der Instaparenz veranlassen uns zu der Anerkenntnis, dass wir alle in einem Boot sitzen, dass wir darin zusammen sind, dass unseren Herausforderungen als eine Spezies weit besser kollektiv als individuell begegnet werden kann.

Dieses Wissen in Funktion gebracht (Weisheit ist angewandtes Wissen), müssen wir meines Erachtens schließlich unseren Gedanken hinter uns lassen, dass einer von uns – eine einzelne Gruppe, eine Rasse, ein Geschlecht, eine Glaubensrichtung, eine politische Partei, ein ökonomisches System, eine Nation oder Kultur – besser als ein anderer sei.

Etwas kann nicht sich Selbst gegenüber überlegen sein.

Unsere Vorstellung, dass es da jemand anderen gibt, dem gegenüber wir uns überlegen fühlen, wird durch unser wachsendes Gewahrsein erschüttert, dass es „da draußen“ niemanden sonst gibt, sondern allein unterschiedliche Ausdrücke und andere Manifestierungen von Uns.

Unser Job besteht darin, dieses Gewahrsein in sozialen Wandel zu wenden. Dann werden wir die Ecke in Richtung auf unsere Neuere Welt genommen haben. Dies wird freilich nicht vermittels einer Gesetzgebung erlangt werden – man kann die Moral nicht vergesetzlichen – und, unser bestes Werkzeug wird auch nicht in der sozialen Aktion aufzufinden sein. Wenigstens nicht in einer sozialen Aktion, um Wandel zu erschaffen. Sobald wir eine neue soziale Aktionsbewegung zu Gesicht bekommen, wird sie hoffentlich deswegen vorzufinden sein, weil der Wandel bereits erfolgt ist.

Das heißt, eine neue soziale Aktion sollte nicht der Anstifter von Wandel sein, sondern dessen Ergebnis.

Schließlich – das Einzige, was einen Wandel in unserem Verhalten anregen wird, ist ein Wandel im menschlichen Herzen. Und mit ebendiesem Teil des Prozesses können wir heute beginnen. Zunächst indem wir das ändern, was wir in unseren Herzen innehalten, und als Nächstes, Andere dazu zu veranlassen, das zu ändern, was sie in ihrem Herzen innehaben.

Der zauberische Aspekt dieses Prozesses ist, dass das zweite Ziel vermittels des Erlangens des ersten erreicht wird. Denn, während wir unsere Herzen ändern, modellieren und befördern die Umgestaltungen in unserem eigenen Verhalten die Veränderungen in den Herzen und in dem Verhalten der Anderen.

Wir werden zu wandelnden Botschaftern. In der Tat, wir sind die Botschaft, die wir in die Welt über sich selbst auszusenden bestrebt sind. Dies ist eine neue Denkart über das Leben und über unsere Rolle in ihm. Dies ist genau die neue Art und Weise, die die Neue Welt hervorbringen wird, die ich hier beschrieben habe.

Es war der späte Robert Kennedy, der einst alle in Amerika dazu drängte, „auf eine neuere Welt aus zu sein“. Ich dränge heute auf dasselbe. Sollten wir uns – als eine Nation – je einmal zu unserem höchsten Denken, das wir über uns haben, bewegt haben, dann könnten wir unsere kollektive Realität in diesem Land über Nacht wiedererschaffen.

Robert Kennedy pflegte auch zu sagen: „Von Jenen, denen viel gegeben ist, wird viel erbeten.“

Dem stimme ich zu. So Vielen von uns ist so Vieles anheimgestellt worden. Falls die Welt wahrhaft geändert werden soll, glaube ich, ist es der am meisten im Glück-Überschwang Lebende unter uns, der die Verantwortung dafür zu übernehmen hat, die Welt umzugestalten.

Zuguterletzt, es war Robert Kennedy, der – George Bernard Shaw paraphrasierend – in seiner letzten politischen Kampagne, kurz bevor er ermordet wurde, sagte: „Es gibt Jene, die die Welt sehen, wie sie ist, und die fragen: Weswegen. Und es gibt Jene, die von Dingen träumen, die es nie gab, und die fragen: Weswegen nicht.“

Was es für uns braucht, das Morgen unserer höchsten Träume zustande zu bringen, ist, die Frage zu stellen: Weswegen nicht?

Ich bin ermutigt, wenn ich sehe, dass viele Menschen heute solch eine Anfrage formulieren. Durch ihre Bereitwilligkeit, sich der Frage zuzuwenden, treffen sie die Wahl, die Welt sich so vorzustellen, wie sie sein könnte. Sie werden einfach sagen – so wie wir alle es in diesem Buch sagen - .... stellt euch vor.