10. August 2008: Existiert Gott? ["Sonntagsschule"]

Damals in den 60ern, kamen Poster, Plakate und Aufkleber auf, die die Frage stellten: Ist Gott tot? Diese Frage setzte voraus, dass es einen Gott gab, der an irgendeinem Punkt lebendig war.

Der Grund für diese Frage war, dass es in der Welt scheinbar wenig Hinweise auf Gott gab. Heute scheinen es noch weniger zu sein.

Weil viele Systeme der Zivilisation in ihrem Zusammenbruch voranschreiten, muss jeder Mensch, der an Gott glaubt, fragen: Warum sollte Gott eine solche vollständige Zerstörung all dessen, was ER schuf, erlauben?

Für diese Frage gibt es keine sinnvolle Antwort -- und so führt die Frage zu einer größeren Frage: Könnten wir die ganze Zeit bezüglich Gottes falsch gelegen haben? Könnten wir falsch gelegen haben, wenn wir dachten, dass da jemals überhaupt ein Gott WAR? 

Der Ursprung dieses Denkens liegt in den grundlegenden Vorstellungen, die wir als Allererstes über Gott haben. Unsere kulturelle Geschichte über Gott dreht sich um drei hauptsächliche Vorstellungen:

1. Gott ist der Schöpfer. (Mit anderen Worten, Er erschuf uns und alles, was es gibt.)

2. Gott liebt Seine Schöpfungen und tätigte eine Investition in deren Ausgänge. (Mit anderen Worten, ER will das Beste für uns.)

3. Gott kann und wird SEINE Macht benutzen, um SEINE Schöpfungen zu beschützen und zu verteidigen. (Mit anderen Worten: Wir können Gott in unserem Leben um Hilfe  bitten, und ER wird uns nicht hängen lassen.)

Dies ist eine wunderbare Mythologie über ein Göttliches Wesen, aber die Welt, So Wie Sie Ist, beansprucht deren Leichtgläubigkeit [d.i., sie ist leicht zu glauben - ThB] in schmerzlicher Weise. Um ihre Leichtgläubigkeit zu behalten, haben viele Menschen einen vierten Grundsatz zur kulturellen Geschichte der Menschheit über ihre Gottheit hinzugefügt:

4. Gottes Königreich ist nicht auf der Erde, sondern im Himmel. (Mit anderen Worten: Die Erde und alles physische Leben sind nicht besonders geschützt, und Gott könnte tatsächlich die Wahl treffen, die Erde zu zerstören -- oder der Erde zu erlauben, sich selbst zu zerstören -- , falls das notwendig ist, um Gottes größeren Plan zu verwirklichen. Es gibt keine Garantie für unser physisches Überleben als Spezies.)

Dies hat zu einer noch weiter reichenden Erweiterung der Gott-Geschichte geführt, um eine letzte Vorstellung mit hinein zu nehmen:

5.  Gott hat tatsächlich die Absicht, dass das Leben, so wie wir es kennen, zerstört wird, als Teil des Prozesses, durch den sich Gott Seiner Selbst in unserer Welt versichert. Die Zeit, in der dies geschieht, wird die Endzeit genannt, und dieses Ende von Allem IST garantiert.

Es ist nicht klar, wann diese Endzeit kommen wird (sie wurde verschiedentlich für Jahrhunderte oder Jahrtausende vorhergesagt). Durch das Hinzufügen dieses Unsicherheitsprinzips zur Gott-Geschichte kann die Menschheit die Immer Gegenwärtige Verschlechterung des Lebens, wie wir es kennen, erklären, kann sie die immerwährenden, nie endenden Anstrengungen, die der einzelne Mensch erfährt, wenn er sich durch seine Tage und Nächte bewegt, und kann sie das scheinbar erbarmungslose Zulaufen auf die letztendliche Selbst-Vernichtung erklären.

So können wir beides haben: Ein Leben, das bestenfalls schwierig und herausfordernd ist und das in jedem Fall zu seiner eigenen Zerstörung führt, und einen Gott, der uns sagt, wir sollten uns keine Sorgen machen, dass alles gut werde für diejenigen, die an IHN glauben und zu IHM kommen (auf eine ganz bestimmte Art und Weise zu IHM kommen).

So haben wir als Spezies weitgehend die Frage, ob es einen Gott gibt, beiseite gelegt (Befragungen zeigen, dass der größte Teil der Menschen in beinahe allen Kulturen an eine Macht glauben, die größer ist als sie selbst; Gott, Allah, Jehova, Brahma, Jahwe, Der Herr, Krischna genannt, oder wie immer es den Menschen gefällt, diese zu bezeichnen). Stattdessen haben wir uns auf die Frage konzentriert, warum Gott existiert, was Gott will, und wie wir es IHM geben können, um für diese nicht-irdische Belohnung zu sammeln, die unser nicht belohnungswürdiges irdisches Leben sinnvoll  -- oder es wenigstens erträglich macht.

Auch wenn die Mehrheit der Menschen auf der Erde an eine Art Gott glaubt, tun es nicht alle. Und viele sagen, dass sie sich einfach nicht für den einen oder anderen Weg entscheiden können. Und so haben wir Atheisten und Agnostiker, genauso wie Gläubige.

Nichtsdestoweniger ist es nicht ausreichend, ein Glaubender zu sein. Man muss ein Glaubender auf die richtige Art sein. Wenn jemand ein Glaubender der falschen Art ist, wird er bei der nicht-iridschen Belohnung leer ausgehen.

Nein, es ist schlimmer als das. Wenn man ein Glaubender der falschen Art ist, wird man bestraft werden. Man wird nicht nur bei der Belohnung nach dem Leben leer ausgehen, man wird immerwährende, unaufhörliche und unbeschreibliche Qualen, Pein und Leid erdulden.

Das ist, in zugegebenermaßen einfachen Worten, die kulturelle Geschichte der Menschheit über Gott.

Nun kommt Gespräche mit Gott daher, um alles über den Haufen zu werfen, um all dies rückgängig zu machen und der Menschheit eine neue kulturelle Geschichte über die Macht, die IST, anzubieten.

Diese Neue Geschichte über Gott stellt sich als die älteste Geschichte heraus, die es gibt,  und sie ist tief im zellularen Gedächtnis der Menschheit eingebettet. Das ist der Grund, aus dem Millionen von Menschen dieser Geschichte sofort zustimmen, wenn sie sie hören, und oftmals Dinge sagen wie "Natürlich.", oder "Ich wusste das schon immer.",  oder "Das ist genauso wie ich immer gedacht habe, dass es ist.",  oder "Endlich hat es mal jemand so ausgedrückt, wie ich es immer erfahren habe.", oder einfach "Was ist neu daran?"

Die Neue Geschichte erzählt uns, dass es einen "Gott" gibt, oder, wenn du magst, eine Kraft, die größer ist als wir, aber wir haben sie nicht vollständig verstanden, sie in ihrer Gesamtheit nicht begriffen, ihre Natur, ihre Absicht und ihre Funktion nicht erfasst -- und wir haben fehlerhaft eingeschätzt, was sie will.

Vor ein paar Jahren war ich im Radio in der Sendung Today  und wurde von Matt Laurer gefragt: "Du behauptest, dass du mit Gott gesprochen hast. Na schön. Was ist, in wenigen Sätzen, denn wir haben nur noch 30 Sekunden, Gottes Botschaft an die Welt?"

Ich sagte Matt, ich könne es ihm in 5 Worten sagen. "Großartig" sagte er, "was ist es?"

"Ihr habt mich alle falsch verstanden."

Es gibt einen Gott, das kann ich euch versichern. Darin hat der größte Teil der Menschheit Recht. Ich denke, dass wir intuitiv verstehen, dass das so sein muss. Oder vielleicht wollen wir einfach an eine Höhere Macht glauben. So oder so, wir liegen richtig. Gott existiert. Und die Existenz Gottes wird nahezu unleugbar (und unmittelbar nützlicher) in dem Moment, in dem wir unsere Ansicht darüber ändern, Wer Gott Ist und Was Gott Will.

Das wichtigste theologische Thema unserer Zeit ist nicht, OB die Menschen an Gott glauben, sondern was sie ÜBER Gott glauben. Mehr darüber am nächsten Sonntag, wenn die Sonntagsschule weitergeht.