"Du bist Erleuchtet" - Serie

Freitag, den 8. Dez. 2006

»Was ist Erleuchtung?«

Weiter unten eine Transkription einer Rede. Die ich vor einer Weile über das Thema Erleuchtung gehalten habe. Ich teile sie mit euch auf Nachfrage einer Person, die mir diese Woche geschrieben hat und mich darum bat, ob ich sie nicht in Umlauf bringen könnte.

Liebe und Umarmen … neale.

Ich habe mich heute abend entschieden, über Erleuchtung zu sprechen – diese flüchtige, magische, mystische Erfahrung, die jeder scheinbar erreichen wird, nach der sich jeder scheinbar sehnt, und nach der scheinbar jeder sucht. Und ich verstehe die Beweggründe für die Suche, denn, falls wir alle erleuchtet wären, wird man unterstellen, dass unser Leben besser wäre als jetzt, während wir mutmaßlich unerleuchtet sind.

Hinzu kommt, mir erscheint es so, dass, falls wir alle relativ zügig erleuchtet wären, die ganze Welt anders wäre, und wir würden das Leben in anderer Weise erleben. Mutmaßlich mit weniger Aufruhr, mit weniger Spannung, mit weniger Konflikt, ganz bestimmt, so stelle ich es mir vor, mit weniger Traurigkeit und Ärger, mit weniger Gewalt und um vieles weniger von all den Dingen, die unser Leben in diesen Tagen und Zeiten traurig, unzusammenhängend und unglücklich machen.

Die Menschheit sucht also nicht bloß nach Erleuchtung, wir suchten auch nach einer Definition von Erleuchtung, weil wir nicht zu diesem Ziel gelangen können, solange wir nicht wissen, wo wir gehen. Und so war der erste Schritt für die meisten Menschenwesen der Versuch, zu definieren, was Erleuchtung ist, oder wie sie aussieht, oder wie sie sich anfühlt, oder wie sie schmeckt, oder wie es ist, sie zu erleben. Und dann, nachdem wir das klar hatten, nachdem wir kennen, was unser Ziel ist, können wir versuchen, uns auszumalen, was es braucht, von dort, wo wir jetzt sind, nach dort, wohin wir wollen, zu gelangen.

Und es gibt diese Eile zur Erleuchtung, der sich die Menschheit, oder ein Teil der Menschheit hingibt. Und Viele sagen, sie wüssten, wie dort hin zu kommen sei, und sie wüssten, wer sie nach dort hin brächte. Und so sehen wir viele. Viele „Pfade zur Erleuchtung", die vorgeschlagen, empfohlen, erschaffen, zum Ausdruck gebracht, erfahren, mitgeteilt und in den Raum unserer kollektiven Leben gestellt werden. Meister jeder Form, Größe und Farbe haben einen Weg erschaffen, um für Jahrtausende erleuchtet zu werden.

Paramahansa Yogananda sagte, er kenne einen Weg zur Erleuchtung. Buddha sagte, er kenne einen Weg zur Erleuchtung. Maharishi Mahesh Yogi sagte, er kenne einen Weg zur Erleuchtung. Sai Baba sagt, er kenne einen Weg zur Erleuchtung. Auf ihre eigene Weise sagten Jesus Christis und Abu Al-Qasim Muhammad ibn Abd Allah ibn Abd Al-Muttalib ibn Hashim – Mumammed -, sie kennen einen Weg zur Erleuchtung.

Nun besteht das Interessante dabei, dass die Nachfolger all dieser Meister darauf bestanden, dass ihr Meister in der Sache recht hatte, dass ihr Weg der Beste und zügigste Weg sei. Vielleicht nicht der einzige, aber der schnellste Weg, und deswegen sei es für dich vonnöten, diesen Weg zu nehmen. Es gab ein großes Drängen. Du brauchtest ein Katholik werden, oder du brauchtest Transzendentale Meditation nehmen, oder du brauchtest Tai Chi lernen, oder du brauchtest deine Schwingungsrate erhöhen, oder du brauchtest dein Gehirn wandeln, oder, um des Himmels willen, irgendwas ändern. Und nicht irgendwann, sondern jetzt im Augenblick, unverzüglich, diesen Monat.

Du brauchtest dich dieser Gruppe anschließen oder diesen Prozess unternehmen oder dieses Buch lesen oder getauft werden oder ungetauft werden oder tun, was es auch ist, das dir von deinem jeweiligen Meister oder Mönch als der schnellste, zügigste Weg für dich, um dorthin zu gelangen, wohin alle von uns wollen, angesagt wurde – was der Ort namens „Erleuchtung", „Gewahrsein", „höheres Bewusstsein" oder „schwingungsmäßige Harmonie" ist.

All dies ist wunderbar. Das ist einfach fantastisch, und es gibt große Hoffnung für die Menschheit. Indes gibt es etwas, was wir uns hier anzuschauen haben. Es existiert hier eine Fallgrube, eine Umleitung, ein Zeitverschwender. Und sogar eine Gefahr, sofern wir die Wahl treffen, Andere damit zu schädigen. Die Gefahr bei diesem Geschäft mit der Erleuchtung ist zweifach. Die erste Gefahr besteht darin, zu denken, dass es etwas Spezifisches gibt, was du zu tun hast, um dorthin zu gelangen, und, dass, sofern du das nicht machst, du nicht dorthin gelangen wirst. Die zweite Gefahr besteht darin, zu denken, dass dein Weg, dorthin zu gelangen, der schnellste sei, der beste sei, der es schafft.

Vor einigen Jahren, ich glaube, es ist 12 bis 15 Jahre her, traten Leute von der est-Bewegung an mich heran. Werner Erhard kreierte die Erhard Seminar Trainings, die vor ungefähr 25 Jahren in den einschlägigen Kreisen zu einer großen Bewegung in den USA und rund um die Welt wurden.

Die in dieser Bewegung organisierten Leute waren absolut davon überzeugt, dass dies der schnellste Weg zur Erleuchtung war. Sie begannen also Leute für ihr Unternehmen zu rekrutieren und waren dabei sehr engagiert. Für sie war es eine Angelegenheit von geradezu äußerster Dringlichkeit. Und sie konnten nicht verstehen, warum sich bei jemandem dieses Gefühl von Dringlichkeit nicht einstellte, wenn es sich nun mal nicht einstellte. Dann blickten sie einen an und sagten: »Du schnallst es einfach nicht, oder?«

Das war ganz natürlich, denn sie hatten etwas gefunden, das praktisch über Nacht ihr ganzes Leben veränderte. Das wollten sie weitergeben, und sie wussten, dass das Der Weg war. Es gab viele Wege. Es war nicht der einzige Weg, aber es war wahrscheinlich der schnellste.

Ich schrieb mich in das est-Programm ein und wurde auch erleuchtet. Tatsache ist, ich wurde so erleuchtet, dass mir klar wurde, dass ich est nicht brauchte, um erleuchtet zu sein - was die est-Leute wirklich sehr in Wallung brachte, denn sie wollten, dass ich die nächste Stufe und die nächste und die nächste und die nächste des Trainings mitmachte.

Es schien, dass est ein Programm mit einer Menge Stufen war. Du konntest Level eins, Level zwei, Level drei absolvieren - sie hatten fantasievolle Bezeichnungen dafür. Und wenn du erstmal in dem Programm drin warst, konntest du praktisch nie mir aus ihm heraus. Du musstest dich da mit aller Macht wieder herausziehen. Und wenn du wieder rauskamst, gaben dir die, die drinnen waren, das Gefühl, du hättest etwas extrem Bemitleidenswertes getan. Nichts Falsches, einfach nur außerordentlich bemitleidenswert. Weil du es einfach nicht schnalltest.

Vor vielen Jahren begründete Paramahansa Yogananda die Self-Realization Fellowship. Yogananda lehrte von 1920 bis zu seinem Tode im Jahr 1952 im Westen. 1946 veröffentlichte er seine Lebensgeschichte, Autobiographie eines Yogi. Sie hat viel zur Einführung der Philosophie des Vedanta im Westen beigetragen.

Als Yogananda - der Meister, wie er genannt wurde - in die USA kam, brachte er eine Technik für die »Selbst-Verwirklichung« (Self-Realization) mit, was sein Begriff für Erleuchtung war. Wenn du wahrnimmst, was das Selbst ist, wirst du erleuchtet. Man ist mehr gewahr. Man ist mehr in Frieden mit der Welt. Man ist innerlich heiter, zufrieden, und somit wunderbar ermächtigt, in einer stillen sanften Art von Weg durch das Leben zu gehen, Resultate zu zeitigen, die Göttliche Gegenwart in dir als du zu erfahren.

Ich möchte, dass du das begreifst, ich möchte, dass du dir darüber im Klaren bist, dass ich darüber keinen Spaß mache. Ich mache das nicht klein, oder setze es nicht ins „Unrecht", oder verunglimpfe oder schmälere nichts davon. Dies alles ist sehr, sehr real. Jeder Mensch, der die Meisterschaft je in ihrem oder seinem Leben erlangt hat, wollte sie mit Anderen teilen; wollte das Erleben teilen; wollte den Pfad teilen, wollte es weitergeben. Wieso? Weil sie, sobald sie wahrhaft erleuchtet sind, wahrhaft gewahr sind, zu einem Wissen auf einer tiefen Ebene gelangen, weil sie auf einer tiefen Ebene erfahren, dass die meisten Menschenwesen von einem Ort des Schmerzes, des extremen Leidens, des emotionalen Aufruhrs, des körperlichen Un-Wohlseins her operieren – und, dass diese Menschen im Ergebnis dessen eine ganze Welt von dieser Art erschaffen.

Also hat der Meister eine großes Mitempfinden. Mitempfinden für den Einzelnen und Mitempfinden für die Welt, die wir alle Einzelne erschaffen. Der Meister weiß, solch eine Welt, eine Welt von solchem Leiden, von solchem Schmerz und von solchem Mangel an Glück und Freude ist nicht notwendig. Indes, zuerst musst du wissen, Wer Du Bist.

Paramahansa Yogananda beschrieb sich selbst, erleuchtet zu sein. Derart beschrieb er sich selbst. Und, im übrigen, er war erleuchtet. Er war erleuchtet, weil er sagte, dass er es ist. Wir sind das, als was wir uns erklären, in aller Glaubenshaftigkeit.

Ja. Ich hasse es, den Zauberbann zu brechen, unter dem jemand steht, doch, erleuchtet zu sein bedeutet zu sagen, dass du es bist. Es ist genau so einfach, und darüber werden wir in ungefähr einer Minute sprechen.

Die Leute hörten Yoganandas Vorträge und seine Erläuterungen zu seiner Technik, die einen Prozess beinhaltet, der unter anderem die tägliche tiefe Meditation mit einschließt. Paramahansa Yogananda lehrte diesen Prozess seine Schüler, diese Schüler lehrten ihn ihre Schüler, diese Schüler lehrten ihn ihre Schüler und immer so weiter, bis sehr viele Menschen in den USA und überall auf der Welt in dieser Self-Realization Fellowship involviert waren, die übrigens bis auf den heutigen Tag funktioniert und viele Anhänger hat.

Wenn du mit einigen von ihren Mitgliedern sprichst, kannst du unter Umständen zu hören bekommen: »Das ist der Weg. Das ist der Pfad. Der Meister hat ihn uns gezeigt. Es gibt viele andere Wege, dies ist nicht der einzige Weg, und vielleicht auch nicht der beste Weg, aber es ist der sicherste Weg, den wir kennen, also komm und schließ dich der Self-Realization Fellowship an.« Und das ist wundervoll, denn es ist ihre Erfahrung, und sie teilen sie dir ganz aufrichtig mit.

Noch nicht ganz so lange ist es her, ein paar Jahrzehnte, dass ein faszinierender Mann namens Maharishi auftauchte, der einen weiteren Weg zur Erleuchtung verkündete. Sein Weg wurde Transzendentale Meditation genannt, abgekürzt TM. Maharishi freundete sich mit den Beatles an, als diese sich auf dem Höhepunkt ihrer Popularität befanden, und binnen kurzem war auch er überall auf der Welt populär und begann in größerem Umfang zu lehren und auf dem ganzen Globus Tempel und Meditationszentren zu gründen.

Er richtete riesige Universitäten ein. Es gibt jetzt eine sehr große in Fairfield, Iowa. Und es gibt andere von ihm eingerichtete Unterrichtszentren überall auf der Welt. Und viele sogenannte TM-Zentren.

Ich habe die Transzendentale Meditation von Schülern erlernt, die sie von anderen Schülern erlernt hatten, die sie ihrerseits von anderen Schülern erlernt hatten, die sie beim Meister erlernt hatten. Und es findet sich bei manchen dieser Leute, die dieser TM Bewegung angehören, ein gewisses Gefühl von stiller Dringlichkeit, denn sie werden dir sagen, dass die Transzendentale Meditation ein Instrument ist, das dich in sehr kurzer Zeit zur Erleuchtung bringen kann, und das wünschen sie sich für dich.

Wenn du eine das Leben verändernde Methode kennst, möchtest du sie natürlich mit so vielen Menschen wie möglich teilen. Und daran ist nichts falsch. Es ist sehr aufregend und wundervoll. Aber so wie beim Sex, bei Süßigkeiten und bei allen guten Dingen kann es dich aus dem Gleichgewicht bringen, wenn du nicht aufpasst, wenn du es übertreibst.

Nun gibt es neben den hier erwähnten noch viele andere Programme. Wie etwa Maharishi und die Transzendentale Meditation, wie Paramahansa Yogananda und die Self-Realization Fellowship, wie Werner Erhard und das est-Programm. Es gibt viele andere Zugänge, viele Wege, die von vielen Menschen entwickelt wurden. Ein wunderbarer Mann namens Brian Weiss hat ein Buch mit dem Titel "Die zahlreichen Leben der Seele" ['Many Lives, Many Masters'] geschrieben, worin er über die Tatsache spricht, dass es viele Wege und Möglichkeiten gibt, zum Gipfel zu gelangen. Welchen Weg sollten wir also empfehlen? Welchen zu nehmen sollten wir andere Leute ermuntern?

Oder sollten wir Andere einfach dazu ermuntern, selbst die vielen Wege, die es gibt, zu überprüfen und zu erkunden? Und sollten wir sie wissen lassen, dass sie in ihrem Herzen und in ihrer Seele den für sie genau richtigen Weg heraussuchen werden, wenn ihre Absicht lauter und ihr Wunsch wahrhaftig ist?

Gott sagt: »Niemand ruft mich an, dem nicht geantwortet wird.«

Und jedem und jeder von uns wird auf eine Art geantwortet, die am besten der Schwingung entspricht, die wir in der Mitte unseres Seins erschaffen und bewahren. Um es anders auszudrücken: Gott oder das Göttliche oder die Erleuchtung, wenn wir so wollen, tritt im Leben eines jeden Menschen in der Form in Erscheinung, die seinem Herkommen, seiner Kultur, seiner Verständnisebene, seiner Wunschebene und seiner Bereitschaft am besten entspricht.

Dieses Gespräch, und die Transkription davon, die viele Menschen lesen werden, fällt in diese Kategorie. Für manche wird es perfekt sein, das perfekte Kommunikationswerkzeug. Für andere wird es das nicht sein, und sie werden mit ihrer Lektüre nicht einmal bis hierher gekommen sein und nicht wissen, was hier gesagt wird.

 

(morgen mehr)

 

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Samstag den 9.12.06

»Du bist Erleuchtet«

(In dieser No. 2 einer zweiteiligen Serie setzen wir die Wort-für-Wort-Transkription einer ungeschriebenen Ansprache von Neale Donald Walsch über das Thema der Erleuchtung fort.)

 

Es gibt also viele Kommunikations- und Übermittlungswege. Und es gibt viele Disziplinen: körperliche Disziplinen, mentale Disziplinen, spirituelle Disziplinen oder Disziplinen, die alle drei Aspekte - Körper, Geist und Seele - mit einbeziehen.

Wir haben an früherer Stelle den Buddha erwähnt. Es ist gut, hier seine Geschichte kurz zu erzählen.

Sein Name war Siddharta Gautama. Er lebte als junger Mann in Reichtum und Luxus, weil sein Vater und seine Familie die Herrscher über ein großes ländliches Gebiet waren und über große Reichtümer verfügten. Die Familie schirmte Siddharta viele Jahre lang von der Außenwelt ab. Doch eines Tages verließ Siddharta die ihn umschließenden Mauern und lernte das Leben auf der Straße kennen.

Er erfuhr von Armut, Krankheit und Leiden, von Grausamkeit und Zorn und all den sogenannten negativen Erfahrungen, die ihn niemand innerhalb der Tore seines Zuhauses hatte machen lassen. Und er gab allen seinen Reichtum und Luxus auf, seine ganze Familie, verließ Frau und Kind und verschwand und begab sich auf die Suche nach der Erleuchtung.

»Was kann ich tun?«, fragte er sich. »Was kann ich tun?« Und dann übte er sich in einer Reihe von extrem strengen und harten körperlichen geistigen Disziplinen, vom Fasten über tagelanges Meditieren bis hin zu körperlichen Übungen jeder erdenklichen Art. Und das ging so eine ganze Weile, nicht nur ein oder zwei Wochen, sondern eine lange Zeit. Fast sechs Jahre.

Er suchte die Meister auf und fragte sie, wie sie Erleuchtung erlangt oder sich dieser Erfahrung genähert hatten; und er tat, was sie sagten, denn er wollte die Meister ehren. Aber nichts brachte ihm die Erfahrung der Erleuchtung. Es brachte ihm nur einen ausgezehrten Körper und ein Leben ein, das bei all dieser körperlichen und geistigen Disziplin und bei dem Training reichlich schwierig war.

Eines Tages sagte Siddharta Gautama: »Ich werde unter diesem Baum sitzen, bis ich erleuchtet bin. Ich habe alles versucht. Ich habe alle diese körperlichen Disziplinen, all dieses Training, all dieses Üben, all dieses Hungern, all dieses Fasten und all dieses Meditieren durchexerziert. Ich werde mich hier jetzt einfach auf den Boden setzen und nicht wieder aufstehen, bis ich erleuchtet bin.«

Und da saß er nun und tat nichts. Keine Übungen, keine Meditationen, kein Fasten, kein gar nichts, nur dasitzen und absolut nichts tun. Nun, so etwas kommt viele von uns hart an, weil wir meinen, es gäbe etwas, das wir tun müssen, um erleuchtet zu werden.

Der Buddha saß da, bis er seine Augen öffnete und merkte, dass er erleuchtet war. Und er sagte: »Ich bin erleuchtet.« Und die Leute kamen zu ihm und riefen: »Was hast du gemacht? Was hast du getan? Lehre uns, Meister! Du bist der Buddha geworden, der Erleuchtete. Worin besteht das Geheimnis? Was hast du gemacht?«

Und der Buddha sagte etwas ganz Außerordentliches: » Es gibt nichts, was ihr tun müsst.«

Man stelle sich vor. Nach all der Zeit. Nach all den Selbstkasteiungen, dem Tragen des härenen Gewandes, dem Aushungern des Körpers und all diesen körperlichen Disziplinen. Nach all dieser Zeit war ihm klar, dass es nicht darum ging, Gebetsperlen zu zählen, Räucherstäbchen zu entzünden oder drei Stunden am Tag auf dem Meditationskissen zu sitzen. Um nichts davon ging es. Es kann darum gehen, wenn du das möchtest. Es kann darum gehen, wenn du das willst. Es kann darum gehen, wenn das dein Weg ist, aber es ist nicht nötig, irgendetwas zu tun.

Der Buddha sagte eigentlich: »Ich bin erleuchtet, weil mir klar geworden ist, dass Erleuchtung heißt, zu wissen, dass du nichts tun musst, um erleuchtet zu sein.«

Ist das nicht interessant? In gewisser Hinsicht ist es auch traurig, wenn du an all die Mühen denkst, die die Leute darauf verwenden, an all diese jahrelangen Programme und Übungen, nur um dann herauszufinden, dass die Erleuchtung gar nichts verlangt.

Nun werde ich unser Gespräch hier beenden, indem ich etwas Verwegenes sage. Ich sage dir, dass ich Erleuchtet bin. Du denkst vielleicht, ich mache Witze, aber das mache ich nicht.

Ich bin Erleuchtet, und weißt du, wie ich weiß, dass ich erleuchtet bin? Weil ich in jedem Augenblick Friede und Freude und Liebe gefunden habe. Auch ich treffe die Wahl, nach Erleuchtung zu streben, so wie Buddha, so wie Jesus Christus, wie Paramahansa Yogananda, wie Maharishi, wie Ilchi Seung Heun Lee es taten. Ich treffe die Wahl, die Erleuchtung zu suchen, die Wahl, Gewahrsamkeit zu erlangen, die Wahl, meine Schwingungsfrequenz zu erhöhen, die Wahl, die Göttliche Präsenz und die Göttliche Essenz in mir zu erfahren.

Und wie all jene anderen Meister habe ich alles versucht. Erst probierte ich es mit der orthodoxen Religion. Ich betete getreulich jeden Tag meinen Rosenkranz, weil es da diese Formel gab, die man benutzen konnte, weil es da eine Litanei gab, einen Prozess gab, durch den wir mit Gott in Verbindung kommen und Gott dazu bringen konnten, unsere Gebete zu erhören, unsere Sünden zu vergeben und uns wieder heilig zu machen.

Ich probierte es auch mit Fasten. Ich probierte es mit Meditation. Ich versuchte es damit, dass ich jedes Buch las, dessen ich habhaft werden konnte. Ich widmete mich est. Ich erlernte die Transzendentale Meditation. Ich erlernte die Transaktionsanalyse. Ich ging viele, viele, viele Wege.

Und dann hatte ich eines Tages eine außerkörperliche Erfahrung. Das war interessant, denn ich probierte gar nicht, so etwas zu tun. Ich versuchte, durch mein Fasten Resultate zu erzielen, ich versuchte, mit meiner Meditation Resultate zu erzielen, ich versuchte mit meinen Disziplinen Resultate zu erzielen, aber nichts brachte mich dahin, wo ich hin wollte.

Und da lag ich nun und versuchte einfach nur, ein wenig Schlaf zu finden. Ich schlief auch ein, verließ aber unwillkürlich im Moment des Einschlafens meinen Körper. Ich verließ ihn einfach. Und ich wusste, dass ich das tat. Es war ein bewusstes Gewahren. Ich war nicht in meinem Körper und wusste, dass ich nicht in ihm war.

Ich werde mir hier nicht die Zeit nehmen, euch meine Erfahrung zu schildern oder näher zu erläutern, aber ich kann euch sagen, dass sie sehr real war - und das ist sie bis auf den heutigen Tag für mich geblieben. Ich hatte in meinem Leben drei solche Erfahrungen, noch zwei nach dieser ersten Begebenheit. Und alle drei brachten mich an denselben Ort: in einen Raum des Absoluten Gewahrseins [a space of absolute – capital "A" – awareness‘; im Orig.]. Eine Art von AA-Treffen. Absolutes Gewahrsein [‚Absolute Awareness‘; im Orig.]. Und als ich von meiner ersten außerkörperlichen Erfahrung zurückkehrte, blieben mir zwei Worte, die mich restlos verblüfften. Möchtest du wissen, welche das waren?

»Nothing matters.«

Nichts ist von Bedeutung.

Was für eine erstaunliche Botschaft, die meine Seele da von der vereinten Seele, die alles Leben ist, erhielt. Nichts ist von Bedeutung? Und doch änderte es wie das est-Training, wie die Transzendentale Meditation, wie die Beschäftigung mit Yogananda mein Leben. Und hier ist die Botschaft hinter der Botschaft:

Wenn an sich nichts von Bedeutung ist, dann bin ich frei zu erklären, was meiner Wahl nach eine Bedeutung für mich haben soll. Wenn aber etwas von Bedeutung ist, das heißt, wenn etwas, sagen wir, für Gott von Bedeutung ist, dann sollte ich besser herausfinden, was das für eine ist. Denn wenn ich es nicht herausfinde, werde ich das sein, was man verdammt nennt, oder zumindest unerleuchtet.

Aber bei meiner außerkörperlichen Erfahrung sagte eine Stimme zu mir: »Nichts ist von Bedeutung.« Da wusste ich, dass wir frei darin sind, etwas zu einer Sache zu erklären, die wir in unserem Leben zur Sache erklären. Und zwar im doppelten Sinne: Nicht nur etwas mit Bedeutung zu versehen, sondern es auch zu etwas Substanziellem, Materiellem zu machen, etwas aus der unsichtbaren Energie in der physischen Realität zu manifestieren. Energie in Materie zu verwandeln.

Dies nennt man „Wunder vollbringen", und es gibt Menschen auf diesem Planeten – Mönche, Avatare und Meister -, die dies stets tun. Auch ihr könnt das tun, sagen sie euch. Und du kannst es. Ich tue es immer. Vielleicht tue ich es nicht derart zügig, wie es bei einigen Mönchen und Avataren der Fall ist, indes ist auch in meinem eigenen Leben der Zeitraum zwischen Wahl und Manifestation beängstigend klein geworden. Ich meine, es beängstigt mich manchmal zu bemerken, wie wenig Zeit dieser Tage vergangen ist zwischen dem Zeitpunkt, an dem ich sage, ich wähle etwas, und dem Zeitpunkt, wo ich es habe.

Ob es sich nun um eine besondere Erfahrung, um ein körperliches Ding oder um ein real-weltliches Ergebnis handelt – ich finde, dass ich nun fähig bin, Dinge derart schnell zu manifestieren, sodass ich im eigentlichen aufpassen muss, was ich denke und sage! (Was dasjenige darstellt, was vom Beginn der Zeit an jeder Meister uns geheißen hat zu tun! Sie sagten uns, unsere Gedanken, Worte und Handlungen sind die Schöpfungswerkzeuge!)

Hier also das, was ich mit dir teilen möchte, wo du gefragt hast.

(Offensichtlich fragtest du von einer unterbewussten Ebene her, sonst würdest du dies hier nicht lesen.)

Falls du denkst, es gebe einen Pfad zur Erleuchtung, der der einzige Pfad, der beste Pfad, der schnellste Pfad ist, derjenige, den jedermann morgen früh etwa um 10 Uhr kennen muss, dann wirst du dich plötzlich Druck, Stress, ein falsches Drängen, ja gar Aufgebrachtsein spüren finden, und dein Ego wird sich vielleicht tief damit befassen, so viele Leute wie möglich davon zu überzeugen, dass der von dir gefundene Pfad derjenige sei, den sie einfach erfahren müssen.

Plötzlich beginnst du gar nicht wie ein Meister zu handeln, vielmehr wie jemand, der unter entsetzlichem Druck und Stress steht, weil es dir plötzlich etwas ausmacht, ob ich es „gerafft" habe, was du mir zu sagen versuchst.

Wenn du nicht umsichtig bist, so wirst du beginnen, Quoten und Ziele festzulegen. Du wirst eine bestimmte Anzahl anderer Menschen dazu bringen wollen, dir jede Woche, jeden Monat oder jedes Jahr beizupflichten. Und, falls du diese Ziele nicht erreichst, so wirst du denken, du habest deinen Job nicht richtig gemacht.

Und doch, du hast einen guten Job gemacht, sofern du einfach ohne Erwartungen liebst, ohne Erfordernis, ohne etwas als Rückgabe zu brauchen.

Erleuchtung hat, nachdem alles gesagt und getan ist, nichts zu tun mit dem, was du mit deinem Körper oder deinem Geist tust. Sie hat mit dem zu tun, was du mit deiner Seele tust. Wenn du einfach jeden liebst, dessen Leben du berührst, endlos liebst, bedingungslos liebst, ohne etwas in Erwiderung zu brauchen oder zu wünschen, so bist du Erleuchtet geworden, so hast du Gewahrsein erreicht, und du hast Jedem gegenüber gezeigt, wie sie das auch bewerkstelligen können – so schnell wie jedes andere existierende System, einfach so.

So schnell wie durch Transzendentale Meditation, einfach so. So schnell wie durch den Beitritt zur Self-Realization Fellowship, einfach so. So schnell wie durch Teilnahme an est (es heißt jetzt ‚The Forum’), einfach so. So schnell wie Brain Education und Dahn Hak und Vibrational Attunement und wie jedes andere Verfahren oder jeder Mechanismus oder Pfad, den du anführen kannst. Und wenn du lernst, dich selbst wie auch alle Anderen bedingungslos zu lieben, heilst du dein ganzes Selbst, ohne einen Finger zu heben.

Nun möchte ich das Ding namens Gesundheit erörtern, wo doch viele Menschen glauben, dass man nicht erleuchtet sein kann, sofern man nicht in guter Gesundheit steht.

Bedeutet Erleuchtung bei guter Gesundheit sein? Und was ist überhaupt „gute Gesundheit"? Bedeutet gute Gesundheit, dass du einen Körper hast, mit dem alles in Ordnung ist? Bedeutet Gesundheit, dass du lebst, bis du neunzig oder zweihundert oder fünfhundert Jahre alt bist?

Oder – hör dir das nun genau an – bedeutet physische Gesundheit, okay und in einem Seinszustand der Freude und des Friedens zu sein, ganz gleich wie die Dinge stehen?

Was ist Gesundheit, was ist optimale Gesundheit, wenn es nicht Glücklichsein ist?

Ich kenne Leute, die jeden Tag körperlich trainieren, Gewichte stemmen, laufen, ihr Fitnessprogramm absolvieren, und ihr Körper ist in großartiger gesundheitlicher Verfassung, aber ihr Herz, ihr Geist und ihre Seele sind verzweifelt traurig.

Und ich kenne Leute, die kaum imstande sind, einen Zahnstocher zu heben, in so schlechter körperlicher Verfassung sind sie. Aber ihr Herz, ihr Geist und ihre Seele sind strahlend hell, und sie sind glücklich.

Ich kenne einen solchen Mann, sein Name ist Ram Dass. Ram Dass ist ein Meister, und es war ein außerordentliches Privileg für mich, ihm persönlich begegnet zu sein. Er hat viele Leute viele Jahre lang gelehrt. Eines seiner Bücher trägt den Titel Denke daran, sei jetzt hier.

Vor einigen Jahren hatte Ram Dass einen Schlaganfall. Er war noch jung, erst 63 oder so. Ich traf ihn nach seinem Schlaganfall in einem Hotelzimmer in Denver, und ich will dir sagen, ich traf nie einen gesünderen Menschen.

Ich saß in diesem Zimmer mit einem Meister. Ich fragte: »Ram Dass, wie geht es dir?« Und er saß da in seinem Rollstuhl und sagte ganz langsam und sorgfältig artikulierend: »Mir geht es wun-der-bar.«

Das ist Gesundheit … das ist Gesundheit. Das ist Friede. Das ist Freude.

Und ich weinte. Nicht wegen Ram Dass. Wer würde um jemand weinen, der so etwas sagte? Ich weinte über mich.

Wie konnte ich das verfehlen? Wie konnte ich über viele Jahre an dieser Weisheit vorbeigegangen sein? Ich weinte auch aus Freude, dafür, dass ich mich dessen wieder erinnert habe – bevor es zu spät war, bevor ich nichts mit ihm anfangen oder mit ihm zu tun haben konnte.

Ram Dass saß da, und wir redeten. Ich stellte ihm viele Fragen, weil ich von ihm, diesem wundervollen Geist, hören wollte, wie er sich fühlte und was an Erfahrung er in diesem Leben gewonnen hatte. Und er hatte große Geduld mit mir. Er muss diese Fragen schon hundertmal gehört haben. Ach was, tausendmal. Aber er hörte aufmerksam zu, so als hörte er sie zum ersten Mal.

Worum handelt es sich im Leben wirklich? Wie erlangt man das Glück? Ist es für uns möglich, uns wahrhaft selbst zu realisieren? Was ist Liebe, wirkliche Liebe, für dich? All jene Fragen, die man stellen möchte, wenn man sich zu einem Meister hinsetzt.

Er beeilte sich nicht mit seinen Antworten. Ich hatte den Eindruck, dass er über jede Frage tief nachdachte, innere Einkehr hielt, nicht um zu sehen, wie er diese Frage schon früher beantwortet hatte, sondern was jetzt seine Erfahrung war.

Es war ein Moment unglaublichen Gebens. Er gab mir einfach von sich.

Wenn du so viel Glück, Frieden, Weisheit und Freude hast, dass du dein Leben damit verbringst, dies mit allen anderen zu teilen, ganz gleich, in welcher Verfassung oder Lage du bist, dann ist das Erleuchtung. Du bist ein Meister geworden.

Wenn es in deinem Leben nicht mehr um dich geht, wenn es nichts mehr mit dir zu tun hat, sondern mit allen anderen, deren Leben du berührst, dann bist du eine Meisterin geworden. Weil ein Meister weiß, sein Leben hat mit niemand anderem zu tun als mit sich selbst – denn das Du, das du bist, ist das Einzige Was Ist. Es gibt niemanden sonst im Raum. Ich spreche zu mir selbst.

Ich spreche zu meinem Selbst.

Darum sind wir letztlich hergekommen. Du kamst hierhin, um das zu wissen. Du kamst hierhin, um zu verstehen Wer Du Bist, und das zu erfahren. Du kamst nicht hierhin – zur Erde, ich meine, zu deinem Körper -, um irgendwie »besser zu werden« oder »an deinem Zeug zu arbeiten«. Ziehe die Möglichkeit in Betracht, dass alle Arbeit, die du je tun musst, beendet ist. Du brauchst jetzt nichts weiter zu tun, als das zu wissen.

So ist dieser Moment der Moment deiner Befreiung. Du kannst von deiner lebenslangen Suche nach Erleuchtung befreit werden. Du kannst von jeglichem Gedanken darüber, wie die Erleuchtung aussehen muss, entbunden werden … nein, nein, sie muss so aussehen, ach nein, sie muss dergestalt aussehen, nein, nein, du musst auf diesem Wege zu ihr gelangen, durch jenes Programm, über diese Aktivität.

Wir können diese Dinge nach wie vor tun, wenn das unsere Wahl ist, aber wenn wir durch sie gestresst werden, wenn wir durch sie unter Druck geraten, dann fragt sich, wie das ein Weg zur Erleuchtung sein kann.

Ich kenne einen Meister namens Ilchi Lee. Er schuf einen wunderbaren Pfad zur Erleuchtung, Dahn Hak genannt. Es handelt sich um einen Integrationsprozess von Körper, Geist und Seele, auf den man sich für den Rest seines Lebens einlassen kann, Es gibt Menschen, die ihm ihr ganzes Leben gewidmet haben. Er ist wunderbar. Ich habe es ausprobiert. Es funktioniert. Es bringt ein besseres Gefühl in dein Leben. Es bringt dich zum Empfinden, mehr ganz, mehr vollständig, mehr integriert zu sein. Viele finden damit ihren Weg zur Erleuchtung. Sofern Erleuchtung äußere Freude und inneren Frieden, äußeres Wohlergehen und innere Ruhe, äußere Bewusstheit und inneres Gewahrsein darstellt, finden viele Menschen ihre Weg zur Erleuchtung damit.

Ich fragte Dr. Lee einmal, ob die Menschen Dahn Hak brauchten, um zur Erleuchtung zu gelangen. Er antwortete spontan: »Nein.« Er versuchte nicht einmal, diese Antwort näher zu erläutern. Er machte keine weiteren Aussagen dazu. Er antwortete nur mit einem Wort: »Nein.«

Der Kernpunkt ist: Es gibt nicht nur den einen Weg zum Gipfel. Jeder wahre Meister und jede wahre Meisterin weiß das.

Setzen Sie sich also heute selbst frei. Hören Sie auf, hart an sich zu arbeiten, dass es Ihnen nicht einmal mehr Spaß macht. Machen Sie das, was für Sie funktioniert, aber sorgen Sie dafür, dass es Ihnen Freude macht. Erleuchtung ist ErFREUung. Sie ist das Gießen reiner Freude hinein in das Leben.

Nun kommt etwas, was Ihnen sicher Freude machen wird: Beschließen Sie, dass der Rest Ihres Lebens – jeder Tag, jeder Augenblick, jedes Wort – etwas ist, das Sie mit jeder Person, deren Leben Sie berühren, in einer Weise teilen werden, in der alle wissen, dass sie nichts tun müssen, nirgendwo hingehen müssen, nicht irgendwie sein müssen, um von Ihnen in diesem Moment geliebt zu werden. Lassen Sie sie wissen, dass sie vollkommen sind, so wie sie sind, so wie sie dastehen.

Verbringen Sie den Rest Ihres Lebens damit, die Menschen sich selbst zurückzugeben, so dass sie sich selbst lieben können. Und zeigen Sie ihnen durch Ihren Umgang mit ihnen, dass Sie wissen, dass es nichts gibt, woran es ihnen fehlt, nichts, was sie benötigen, nichts, das sie nicht sind.

Indes wie können Menschen dies wissen, wo es scheinbar derart real ist, dass ihnen etwas fehlt, dass sie etwas versäumen, dass es Vieles gibt, was sie nicht sind? Wie können Sie ihnen helfen, die Wahrheit zu erkennen?

Zeigen Sie ihnen das, was Gespräche mit Gott dazu gesagt hat: Das, was du deiner Wahl gemäß einem Anderen gibst, wird desgleichen in deiner Erfahrung real. Und somit … was du zu erfahren wünschst, das gib weiter. Sei die Quelle im Leben eines Anderen für das, was du in deinem eigenen Leben haben möchtest.

Ein sicherer Weg für jedermann zur Erfahrung, dass du erleuchtet bist, ist der, einen anderen Menschen wissen zu lassen, dass ER erleuchtet ist.

Das ist die Botschaft, und das wird die Lehre der Neuen Spiritualität sein. Deshalb wurde Namasté zu einem so machtvollen Werkzeug, zu einem so bedeutungsvollen und besonderen Austausch von Energie.

»Der Gott in mir sieht und ehrt den Gott in dir.«

Mehr ist nicht zu tun, wenn wir das wirklich meinen.

Wenn wir das natürlich nur sagen, weil es gut klingt, dann gibt es noch eine ganze Menge mehr zu tun. Doch wenn wir es wirklich meinen – wenn wir es, wenn wir es sagen, wirklich und wahrhaftig meinen -, dann ist der Kampf vorüber, die Suche vorbei und die Erleuchtung schließlich unser.

Dies ist die Botschaft, die ich der Welt bringe. Dies ist die Botschaft, die mir in meinem Gespräch mit Gott überreicht wurde, und ich möchte anstücken, in meinen Gesprächen mit jedem Meister, die ich je getroffen habe oder von denen ich je gehört habe. Sie sagen alle dasselbe.

Gott sieht deine Vollkommenheit, und wartet schier auf dich, dass du das auch tust. Und du wirst deine Vollkommenheit, die Vollkommenheit in dir selbst, in dem Moment sehen, wo du sie wiedererkennst; das meint, wo du sie wieder-kennst [‚re-cognize’]; das meint, wo du sie wieder im Angesicht des Anderen wieder kennst.

Sobald du die Vollkommenheit im Angesicht des Anderen siehst, allein dann kannst du die Perfektion in deinem eigenen Gesicht erkennen.

Es wurde gesagt, der Andere sei dein Spiegel, und du wirst dort nichts sehen als das, was du in dir selbst siehst. Doch ich sage dir dies. Warte nicht darauf, dich selbst als vollkommen zu sehen, bevor du Den Anderen als Vollkommen siehst. Sieh Den Anderen zuerst als vollkommen, dann wirst du die Vollkommenheit in dir selbst sehen. Vergib dem Anderen zuerst, dann wirst du dir schließlich selbst vergeben. Tue gegenüber anderen, als hättest du es dir selbst angetan. Dies ist das Gesetz und die Propheten.

Denn es EXISTIERT kein Anderer, außer DIR. Und wenn du das weißt, dann rettest du dich.

Ich bin dabei, der Erde eine Neue Spiritualität zu bringen, und den Raum der Möglichkeit für solch eine spirituelle Erfahrung zu schaffen, dass sie auf diesem Planeten in Erscheinung tritt. Sie wird die Menschen der Welt dazu einladen, einer nach dem anderen, die vielen Pfade zur Erleuchtung zu erkunden, und den Pfad zu nehmen, der sich für sie am natürlichsten, am einladendsten, am spannendsten, am freudigsten anfühlt. Und für Einige könnte das bedeuten, gar nichts zu tun. (Neale gluckst.) Ich sprach einmal über dieses Thema vor Leuten, und jemand sagte zu mir ….

Ich kann mir nicht helfen, aber all die Namen der Meister, von denen du sprachst, sind männlich. Ich frage mich, ob du uns mitteilen kannst, wenn du irgendwelche Meisterinnen getroffen hast.

Und meine Antwort war: „Nein, Frauen ist es nicht erlaubt, Meisterinnen zu werden." Und es gab großes Gelächter, weil selbstverständlich Jeder wusste, dass ich einen Spaß machte, wie eine guter Teil der Menschheit dieser Vorstellung anhängt.

Wir alle wissen, es gibt viele, viele Meisterinnen, sowohl alte wie zeitgenössische. Maria, die Mutter Jesu, wird bestimmt als Meisterin angesehen. Desgleichen Hildegard v. Bingen, Beatrice von Nazareth, Julian von Norwegen, Teresa von Avila, die Hl. Katarina von Genua, Jeanne d’Arc, Brigitta von Schweden, Mutter Meera, Mutter Teresa, und viele, viele andere, die wir nennen könnten und die wir alle wertschätzen.

Eine, die mein Leben sehr beeinflusste, war Elisabeth Kübler-Ross. Jean Houston ist eine andere. Barbara Marx Hubbard ist eine weitere. Marianne Williamson noch eine. Ich kenne viele Meisterinnen.

Ich glaube, meine Mutter war eine Meisterin, da sie die Erste war, die mich darin unterwies, dass Glück darin besteht, okay mit genau allem zu sein, was so ist, genau hier, genau jetzt. Auch dann, wenn etwas passierte, was ihr nicht gefiel, sagte sie: „Gott segne es!" Nie Gottverdammtnochmal. Nein, nein, sie hätte das nie gesagt. Immer, Gott segne es!

Als ich sie eines Tages danach fragte, weswegen sie das stets sagte, anstatt wie die „normalen" Leute zu fluchen, schaute sie mich mit großer Überraschung an, als könnte sie nicht glauben, dass ich diese Frage stelle. „Warum sollte ich wollen, dass Gott etwas verdammt?", sagte sie einfach, mit der Unschuld und der Reinheit eines heiligen Kindes.

»Sag immer „Gott segne es" gegenüber jedem und allem, und weißt du was? Gott wird es tun.«

Was für eine wundervolle Unterweisung von meiner eigenen Mutter.

Wenn du also die Meisterschaft erlangen möchtest, so kannst du es schaffen. Und du kannst es schaffen, indem du fünf Jahre des Trainings durchläufst, oder innerhalb von fünf Minuten. Gott behüte, wir sollten unsere Lehrfächer vergessen! Aber du kannst sie im eigentlichen vergessen. Du kannst dich schnurstracks zur Erleuchtung begeben, wie es Buddha tat – und die Schöpfer all dieser Disziplinen gehören zu den Ersten, die dir davon erzählen.

Weswegen also sich mit all diesen verschiedenen „Disziplinen" beschäftigen? Weil sie dich daran erinnern, was du zu tun versuchst. Spirituelle Disziplinen und heilige Rituale brechen im Verlaufe des Tages und der Nascht unsere gewöhnlichen Verhaltensweisen auf und schicken uns zu unserem Ersten Ziel zurück. Sie schneiden die Routinen, die wir errichtet haben, und die Umwege, die wir nehmen, durch, und schicken uns in die Richtung zurück, die wir nehmen wollen – was die Richtung ist, woher wir kamen. Sie schicken uns nachhause zurück. Sie machen das, indem sie uns zurück-verweisen auf Wer Wir Sind und auf das, was wir hier tun. Deswegen machen wir am Kreuz ein Zeichen, oder beugen wir uns gen Osten, oder singen wir ein Lied, oder begeben uns auf die Reise nach Mekka, oder sitzen wir in Stille, oder segnen wir das Brot, oder segnen wir einander, all dies, damit wir wieder wissen können, damit wir uns des Wer Wir Wirklich Sind, und des wer Der Andere ist, und unserer geheiligten Einsheit und Zielsetzung erinnern können.

Du kannst entweder durch fünf Jahre Training gehen, oder du kannst einfach (schnips) jetzt im Moment entscheiden, dass, nachdem du einen Raum betreten hast, in jedem Raum, den du von nun an betrittst, sich ein Aufenthalt besser anfühlt, weil du da bist. Du kannst jetzt im Augenblick darüber befinden, dass dieser Augenblick und dieser Raum den Ort und die Zeit deines Erscheinens als Der Eine, als der Botschafter, als die Wahrheit darstellen.

Wovon ich hier rede, ist schlicht das Liebe Teilen, die dasjenige ist, wer du wirklich bist. Und sofern du lernst, wählst und entscheidest, Liebe zu teilen – endlos, bedingungslos – mit Jedem, dann wirst du herausbekommen, dass es nichts Weiteres zu tun gibt auf der Suche nach Erleuchtung. Du wirst sie erlangt haben.

Ich liebe euch alle.

Dankeschön, und Gute Nacht.

[Weite Teile dieser Ansprache sind dem Kap. 24 von ‚Gott Heute’ entnommen. – A.d.Ü.]

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